Wird das Virus unsere Zukunft verändern?

In der Peggy Guggenheim-Sammlung in Venedig wird ein Kunstwerk von Maurizio Nannucci gezeigt – den ich während meiner Arbeit als Stadtrat in Wien kennen lernen konnte -, das zu Veränderungen aufruft: changing place, changing time, changing thoughts, changing future – verändert werden soll also der Ort, die Zeit, die Gedanken, die Zukunft. Nun, Ortswechsel sind heute nicht einfach, und die Zeiten ändern sich sowieso. Aber vielleicht müssen wir unsere Gedanken über unsere Zukunft ändern. Lassen Sie uns Nannucis Aufruf bezüglich unserer Zukunft aufgreifen.

Was ist die neue Normalität?

Es ist nicht leicht vorherzusagen, wie das Virus unsere zukünftige Welt verändern wird. Der berühmte Autor und Harvard-Wissenschaftler Steven Pinker sagte kürzlich: Das meiste, was heute über die Folgen der Pandemie geschrieben wird, wird falsch sein. Und in den Wirtschaftswissenschaften wird den Studenten beigebracht, dass die beste Prognose, die über die Vergangenheit ist. Aber wir müssen die Zukunft planen. Es gibt viele gute Gründe, darüber nachzudenken, was in Zukunft geändert werden sollte! Die Frage ist, ob die Rückkehr (!) zum „Normalen“ der beste Weg ist, die Zukunft nach der Pandemie zu planen. Und deshalb stellt sich die Frage, ob das – vergangene – Normale wirklich normal ist. Ist es normal, Umweltzerstörung und globale Erwärmung zu vernachlässigen? Ist es normal, die wirtschaftlichen Folgen und Kosten bestimmter Formen der Globalisierung zu vernachlässigen? Ist es normal, große Unterschiede in Einkommen und Vermögen auf nationaler und globaler Ebene zu akzeptieren? Usw.

Es gibt zwei extreme Positionen, wie auf die COVID-19-Krise zu reagieren sei. Die eine besteht darin, sich darauf vorzubereiten, zu der Situation und den Bedingungen zurückzukehren, wie sie vor dem Ausbruch der Pandemie bestanden. Vielleicht mit einer gewissen Verstärkung bereits bestehender Tendenzen. Der bekannte Ökonom Dan Roderick erwartet eine solche Entwicklung: „Der Neoliberalismus wird seinen langsamen Tod fortsetzen. Populistische Autokraten werden noch autoritärer werden. Die Hyperglobalisierung wird in der Defensive bleiben, während die Nationalstaaten den politischen Spielraum zurückerobern. China und die USA werden ihren Kollisionskurs fortsetzen. Und der Kampf innerhalb der Nationalstaaten zwischen Oligarchen, autoritären Populisten und liberalen Internationalisten wird sich verschärfen, während die Linke darum kämpft, ein Programm auszuarbeiten, das eine Mehrheit der Wähler anspricht.“ (Quelle).

Andere hoffen auf einen radikalen Wandel, eine Art Revolution, die zu einer raschen und gründlichen Deglobalisierung führen würde. Einige von ihnen haben ein sehr nationalistisches, autoritäres und egoistisches Konzept zur Bekämpfung der Globalisierung. Präsident Trump und mehrere rechtsgerichtete europäische Kräfte sind von ihrer „Ich zuerst“-Politik überzeugt. Andere sehnen sich nach einer Deglobalisierung in einer progressiveren Form. Sie wollen Produktionen „nach Hause“ bringen und ausländische Arbeitskräfte ausweisen, ohne anderen Ländern, vor allem den ärmeren, Schaden zuzufügen. Alle Länder sollten sich mehr auf ihre eigenen Ressourcen verlassen können.

Reorganisation und Neugestaltung der Globalisierung

Schauen wir uns einige realistische Entwürfe für die Zukunft an, die gewiss schwierig genug umzusetzen wären. Der ehemalige französische Außenminister Hubert Védrine enthält sich in seiner Analyse für Terra Nova einer einfachen Antiglobalisierungspolitik. Er kritisiert aber die konkrete Ausgestaltung der Globalisierung, wo zuerst die Amerikaner und dann die Chinesen ihre wirtschaftlichen Interessen in der Welt durchsetzten. Diese beiden Mächte haben ein besonderes Interesse an finanzieller Deregulierung und zeigen eine gemeinsame Missachtung kultureller Eigenheiten anderer Nationen und Regionen. Die anderen Länder und Menschen wurden Opfer ihrer Art, die Welt zu globalisieren und zu regieren. Bei den Konflikten zwischen den USA und China handelt es sich nicht um Konflikte zwischen zwei verschiedenen Konzepten, sondern um Auseinandersetzungen zweier globaler Mächte, die darin konkurrieren, ihre „gewaltsamen“ Art und Weise die Welt zu beherrschen, voranzutreiben. Es ist an der Zeit, diese Art der Globalisierung zu ändern und kulturellen und nationalen Interessen eine größere Bedeutung beizumessen.

Einer der Mängel dieser Form der Globalisierung besteht darin, dass sie nicht durch eine politische multilaterale Struktur eingeschränkt und kontrolliert wird. Dieses Versagen wurde während der gegenwärtigen Corona-Krise extrem sichtbar. Leider ist dies teilweise auch innerhalb der Europäischen Union der Fall – obwohl oder weil das Gesundheitswesen nicht in die Zuständigkeit der Europäischen Union fällt. Was wir brauchen – zuallererst – ist nicht eine allgemeine Deglobalisierung, sondern eine parallele Globalisierung auf politischer Ebene. Aber gerade die Trump-Administration ist völlig gegen einen solchen verstärkten multilateralen Rahmen. Würde Trump nach der nächsten Wahl weiterhin Präsident der USA bleiben, würden die USA selbst zu einem existenziellen Problem für die Welt werden. Insofern muss Europa sogar eine stärkere und führende Rolle in globalen Angelegenheiten übernehmen. Es muss auf einen stärkeren multilateralen Rahmen bestehen, der die Globalisierung einschränkt.

Gesundheits- und Klimapolitik sind Zwillinge

Gerade im Gesundheitswesen brauchen wir eine neue und differenzierte Strategie. Europa sollte sich nicht nur auf internationale Lieferketten und Versorgungssysteme verlassen. Die europäischen Länder brauchen nationale und europäische Vorräte an notwendigen Materialien und Medikamenten. Zumindest sollten die EU und die EU-Regierungen die Möglichkeit haben, die Produktion von Notwendigkeiten zur Rettung von Leben und der Versorgung aller Menschen auf unserem Kontinent schnell in Gang zu setzen. Kommissionspräsidentin von der Leyen forderte zu Recht eine zusätzliche europäische Dimension, die der grünen eine weiße Komponente hinzufügt. Gesundheit wird zu einem wichtigen Element des nationalen, aber auch des europäischen Schutzes der Bürgerinnen und Bürger des europäischen Kontinents. Das schmälert die Bedeutung globaler Zusammenarbeit nicht. Je mehr Europa Stärke und Einheit zeigt, desto mehr kann Europa globale Zusammenarbeit und globales Handeln einfordern.

Aber unsere erneuerte und verstärkte Aufmerksamkeit für die Gesundheit kann andere wichtige politische Strategien nicht ersetzen. Wenn wir die Globalisierung neu gestalten wollen, brauchen wir eine effektive und effiziente Klimapolitik. Es wäre eine Katastrophe, aufgrund der Wirtschaftskrise nach der Stilllegung vieler Volkswirtschaften von einer aktiven Klimapolitik Abstand zu nehmen. Auch eine zu erwartende starke wirtschaftliche Depression sollte uns nicht von der langsam begonnenen Klimapolitik ablenken. Im Gegenteil, Europa sollte die Klimapolitik als einen starken Beitrag zu allen Konjunkturprogrammen konzipieren und entwickeln. Und wir sollten auch den Klimaschutz weltweit und insbesondere mit unseren Nachbarn vorantreiben. Die Erholung Europas hängt stark von der Erholung unserer Nachbarn ab.

Das wirtschaftsfreundliche Consulting-Unternehmen McKinsey veröffentlichte kürzlich einen Bericht mit dem Titel: „Addressing climate change in a post-pandemic world“ und stellte klar: „Nicht nur, dass Klimaschutzmaßnahmen in den nächsten zehn Jahren weiterhin von entscheidender Bedeutung sein werden, sondern Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen und der Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Zukunft können in naher Zukunft zur Schaffung von Arbeitsplätzen führen und gleichzeitig die wirtschaftliche und ökologische Widerstandsfähigkeit erhöhen“. (Quelle).

Wichtig sind jedoch nicht nur die unmittelbaren ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen, sondern auch eine langfristige Neuausrichtung der Art und Weise, wie wir unser wirtschaftliches und soziales Leben organisieren: „Die Bewältigung von Pandemien und Klimarisiken erfordert den Wechsel von einer Optimierung, die weitgehend auf kurzfristige Leistungsfähigkeit ausgerichtet ist, hin zu einer ebenso langfristigen Resilienz der Systeme.“ Selbst wenn Pandemien also eine direktere, sichtbarere und unmittelbarere Wirkung haben, besteht ein enger Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und Gesundheitsrisiken. Deshalb sollten Gesundheits- und Klimapolitik Hand in Hand gehen. Europa muss auf einer parallelen Entwicklung seines „Green“ und „White Deal“ bestehen.

Über Grenzen hinweg denken und helfen

Es stimmt, dass der Coronavirus Menschen ohne Diskriminierung trifft. Aber persönliches Einkommen, Vermögen, Wohnort usw. der Menschen bestimmen sehr stark die Chance auf Selbstisolierung und auf eine gute Behandlung. Und es entscheidet sehr oft über die Chancen, die drastischen Maßnahmen wirtschaftlich zu überleben. Die Frage der Einkommens- und Vermögensverteilung bleibt bestehen und kann die Zukunftschancen der Menschen nach der Pandemie sogar noch verschlechtern. Dies gilt national, aber auch global. Daher muss jedes Sanierungsprogramm auf seiner Finanzierungs- und Ausgabenseite versuchen, die Einkommens- und Vermögensungleichheiten zu verringern. Dies wäre ein enormer Beitrag zur Konfliktprävention und im Hinblick auf die Attraktivität terroristischer Gruppen.

Eine sehr kritische Frage ist die Auswirkung der Pandemie auf alle verschiedenen Formen der Migration. Wenn die reicheren Länder – und weltweit werden sie trotz des Virus reicher bleiben – nicht dazu beitragen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Ungleichheiten zu verringern, wird der Drang zur Migration anhalten. Selbst eine unmenschliche und gewaltsame Strategie gegen Flüchtlinge und Migranten wird nicht dazu beitragen, eine – erzwungene und „freiwillige“ – Migration zu verhindern.

Und wir brauchen in Europa auch Migrantinnen und Migranten, wenn wir einen bestimmten Lebensstandard sowie Sozial- und Gesundheitsstandards erhalten wollen. Es ist interessant, dass Boris Johnson, sich nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus ausdrücklich bei zwei aus Neuseeland und Portugal stammenden Krankenpflegern bedankte. Und erst kürzlich hat das Vereinigte Königreich Tausende von „Gemüsepflückern“ aus Rumänien eingeflogen, die in der Landwirtschaft benötigt werden. Es ist sehr zynisch, aber die Anwesenheit von ausländischen Arbeitskräften war das Hauptargument für den Brexit, und dann muss man sie einfliegen lassen – und sie natürlich zurückschicken, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Auf der anderen Seite kann auch der Tourismus schrumpfen. Und wir müssen auf jeden Fall Politiken und Mechanismen finden, um einen „sanften“ Tourismus zu entwickeln, einschließlich des Transports an fremde Orte. Er wird teurer sein, aber er sollte nicht dazu führen, dass nur die Reichen zum Tourismus zurückkehren. Die Rettung von wertvollem Land und Denkmälern vor Verfall und Zerstörung durch die gestiegene Zahl an Touristinnen und Touristen muss mit Chancen für alle in Einklang gebracht werden – unabhängig von ihrem Einkommen. Im Hinblick auf den Tourismus sollten wir auch über die Besuchsrechte der Touristinnen und Touristen nachdenken, aber auch das Recht der Menschen auf ein menschenwürdiges und ungestörtes Leben in ihren Heimatländern und -städten respektieren.

Wir brauchen eine neue Normalität

Es ist sicherlich nicht normal, unsere täglichen Bewegungen und die Chancen, unsere Familien und Freunde zu sehen, einzuschränken. Es sollte nicht normal sein, mit einer Maske über Mund und Nase herumzulaufen. Es ist nicht normal, dass unsere Schulen – auch wenn sich einige Schülerinnen und Schüler darüber freuen – für einige Zeit geschlossen sind. Aber nicht alles, was wir in der Vergangenheit getan haben, sollte als normal und selbstverständlich angesehen werden. Deshalb sollten wir schon jetzt darüber nachdenken, welche Art von Normalität wir anstreben sollten. Auch wenn die Ausbreitung des jüngsten Virus nicht automatisch zu einer neuen und besseren Welt führen wird, sollten wir nicht davor zurückschrecken, eine neue und bessere Welt zu entwerfen. Nicht nur die Bekämpfung des Coronavirus ist dringend geboten, sondern auch der Klimawandel und die katastrophalen Einkommens- und Wohlstandsunterschiede sind eine Gefahr für das Überleben und den Frieden. Beginnen wir damit, eine neue Normalität vorzubereiten, und dies kann nur durch enge globale Zusammenarbeit umgesetzt werden.

Original Text in English:

WILL THE VIRUS CHANGE OUR FUTURE?

At the Guggenheim foundation in Venice a piece of art by Maurizio Nannucci – whom I could meet in Vienna during my work as city councillor – is shown, calling for changes: changing place, changing time, changing thoughts, changing future. Well changing places today is not easy, and time is changing anyway. But, we have perhaps to change our thoughts about our future. Let us take up Nannuci’s call concerning our future.

What is the new normal?

It is is not easy to predict how the virus will change our future world. Famous Harvard scholar Steven Pinker said recently: the most of what is written today, about the consequences of the pandemic will be wrong. And in economics, students are taught, that the best forecast is the one about the past. But we have to plan the future. There are many good reasons to think about what should (!) be changed in future. The question is, if the return (!) to the “normal” is the best way to plan the future after the pandemic. And therefore, the question is, if the – past – normal is really normal. Is it normal to neglect environmental degradation and global warming? Is it normal to disregard the economic consequences and costs of certain forms of globalization? Is it normal to accept wide discrepancies in income and wealth on a national and global level? Etc. 

There are two extreme positions considering how to react to the COVID-19 crisis. One is just to prepare to go back to the situation and conditions as they existed before the outbreak of the pandemic. Maybe with some strengthening of already existing tendencies. The famous economist Dani Rodrik expects such a development: “Neoliberalism will continue its slow death. Populist autocrats will become even more authoritarian. Hyper-globalization will remain on the defensive as nation-states reclaim policy space. China and the US will continue on their collision course. And the battle within nation-states among oligarchs, authoritarian populists, and liberal internationalists will intensify, while the left struggles to devise a program that appeals to a majority of voters.” (Source).

Others hope for a radical shift, some sort of revolution, which would result in a quick and thorough de-globalization. Some of those, have a very nationalistic, authoritarian and egoistic concept of combating globalization. President Trump and several right-wing European forces are convinced of their “me first” policy. Others long for a de-globalization in a more progressive form. They want to bring production “home” and send foreign workers away, without bringing damage to other countries especially the poorer ones. All countries should be able to rely more on their own resources. 

Reorganizing and reframing globalization

Let us look at some realistic designs for the future which would in any way be difficult to implement. The former French foreign minister Hubert Védrine abstains in his analysis for Terra Nova from a simple anti-globalization policy. But he criticizes the specific form globalization took, when first the Americans and then Chinese enforced their economic interests on the world at large. These two powers have a special interest in financial deregulation and show a common disrespect for cultural peculiarities of other nations and regions. The other countries and peoples became victims of their way of globalizing and governing the world. The conflict between the US and China are not conflicts between two different concepts but quarrels of two global powers, who compete in promoting the same „violent” way of dominating the world. It is time to change this way of globalization and give cultural and national interests a bigger stake. 

One of the failures of this form of globalization is that it is not constrained and controlled by a political multilateral structure. This failure became extremely visible during the present Corona crisis. This unfortunately is partly also the case inside the European Union – although or because health care is no competence of the European Union. What we need – first of all – is not an overall deglobalization but a parallel globalization on the political level. But especially the Trump administration is totally opposed to such a strengthened multilateral framework. Were Trump to remain US President after the next election, the US itself would become an existential problem for the world. Insofar Europe must take an even stronger and leading role in global affairs. It must insist on a stronger multilateral framework, constraining globalization. 

Health and climate policies are twins

Especially concerning healthcare, we need a new and differentiated strategy. Europe should not rely only on the international supply chain and delivery systems. European countries need national and European stocks of necessary materials and drugs. At least the EU and EU governments should have the possibility to quickly switch on the production of all that is necessary to save lives and care for all people living on our continent. Commission President von der Leyen correctly asked for an additional European dimension adding to the green one a white dimension. Health has become an important element of national but also European protection of the citizens of the European continent. That does not diminish the importance of global cooperation. The more Europe shows strength and unity, the more Europe can ask for global cooperation and action.

But our renewed and enforced attention given to health cannot substitute for other important political strategies. In reframing globalization, we need an effective and efficient climate policy. It would be a disaster to refrain from an active climate policy because of the economic crisis following the shutdown/lockdown of many economies. Even a strong depression which we can expect should not divert us from the slowly started climate policies. On the contrary, Europe should design and develop such a climate policy as a strong input into all the recovery programs. And we should also promote climate action globally and especially with our neighbors. The European recovery depends strongly on the recovery of our neighbors. 

The business-friendly consulting firm McKinsey recently published a report titled: “Addressing climate change in a post-pandemic world” and stated clearly: “Not only does climate action remain critical over the next decade, but investments in climate-resilient infrastructure and the transition to a lower-carbon future can drive significant near-time job creation while increasing economic and environmental resiliency.” (Source).

But important are not only the immediate environmental and economic effects but also a long-term reorientation of our way to organize our economic and social life: “Addressing pandemics and climate risks requires the shift from optimizing largely for the short-term performance of systems to ensuing equally their long-term resiliency.” So even if pandemics have a more direct, visible and immediate effect there are close links between environmental degradation and health risks. Therefore, healthcare and climate policies should go hand in hand. Europe must insist on a parallel development of its green and white deal. 

Thinking and helping beyond borders

It is true, that the coronavirus is affecting people without discrimination. But the personal income, wealth, place of living etc. of people significantly determine the possibilities of self-isolation and getting good treatment. And they decide very often the chances of surviving economically the drastic measures introduced. Income and wealth distribution issues persist and may even aggravate the question of people’s future chances after the pandemic. This is true nationally but also globally. Therefore, any recovery program on its financing and its expenditure side must try to reduce income and wealth inequalities. This would be an enormous contribution to the prevention of conflicts and the attractiveness of terrorist groups. 

A very critical issue is the effect of the pandemic on all different forms of migration. If the richer countries – and globally they will stay richer in spite of the virus – are not helping to fight climate change and reducing inequalities the push to migrate will continue. Even an inhumane and violent strategy against refugees and migrants will not help to prevent – enforced and “voluntary”- migration. 

And we also need migrants iin Europe if we want to preserve certain standards of living and social and healthcare. It is interesting, that Boris Johnson, having been discharged from hospital after his treatment, thanked expressively two nurses – coming from New Zealand and Portugal. And only recently the UK flew in thousands of “veg pickers” from Romania needed in the farming sector. It is very cynical, but the presence of foreign workers was the main argument for the Brexit and then one needs to fly them in – and of course send them back when no longer needed. 

On the other hand, tourism may also be shrinking. And in any case we will have to find policies and mechanisms to develop a “soft” tourism, including transport to foreign places. It will be more expensive, but it should not result in a return to tourism only for the wealthy. Saving valuable land and monuments from decay and destruction due to an increased number of tourists must be brought into line with chances for all – independently of their income. Also concerning tourism, we should think about the rights of tourists to visit but also respect the right of people to live a decent and undisturbed life in their home countries and cities.

We need a new normal

It is certainly not normal to restrict our daily movements and the chances to see our families and friends. It should not be normal to walk around with mask over our mouths and noses. It is not normal that our schools are closed – even if some pupils are happy about it – for some time. But not everything we did in the past should be seen as normal and self-evident. Therefore, already now we should think what kind of normality we should aspire to. Even if the spread of the recent virus will not automatically lead to a new and better world, we should not refrain from designing a new and better world. Combatting the coronavirus is urgent but climate change and disastrous income and wealth discrepancies are also a danger for survival and peace. Let´s start to prepare a new normality and this can only be implemented by close global cooperation.