Oesterreichische Nationalbank
Austrian Chapter und European Support Centre des Club of Rome
Veranstaltung in Wien am 18. September 2008 OENB, Otto Wagner Platz 3, 1090 Wien
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Nahrungsmittel und Treibstoffe haben eines gemeinsam: Sie liefern Energie, die vom Menschen entweder zur Lebenserhaltung
oder zur Fortbewegung verwendet wird.
In der Vergangenheit waren diese beiden Sphären voneinander getrennt. Das hat
sich geändert, denn durch die Nutzbarkeit von Biomasse zur Treibstoffherstellung stehen die Landnutzung
für die Produktion von Nahrungsmitteln und für Treibstoffe heute in Konkurrenz zueinander. Ein Hektar kann nur einmal
genutzt werden und es gibt kaum einen Bereich, bei dem
die Grenzen des Wachstums offensichtlicher werden als bei der Nutzung der Fläche der Erde.
Zudem sind die beiden Energieformen konvertierbar. Aus Lebensmitteln lassen sich Treibstoffe erzeugen und im Prinzip wäre es auch
möglich, aus Treibstoffen, sowohl aus biologischen als auch aus fossilen, Nahrungsbestandteile herzustellen.
Flächenkonkurrenz und Konvertierbarkeit führen zu einer Kopplung der Märkte. Die Preise für Rohöl beeinflussen
die Rentabilität der Produktion von Biodiesel. Und diese Rentabilität entscheidet darüber, wieviel Fläche für den Anbau von
Raps anstelle von zum Verzehr geeigneten Feldfrüchten verwendet wird.
Es gibt jedoch noch Landreserven, etwa die Flächen, die in Europa stillgelegt wurden und die wieder in
Nutzung genommen werden können, so dass die Preise für Lebensmittel temporär wieder sinken könnten.
Wir stehen jedoch mit dem gegenwärtigen Ausschlag der Preise am Beginn eines Trends, der die Politik eines
zu Ende gehenden auf fossilen Energiequellen basierenden Zeitalters prägen wird. Und wir stehen am Beginn der Diskussion über die
Verteilung der knapper werdenden Ressourcen. Nur der wohlhabende Teil der Weltbevölkerung hat die finanziellen Mittel, die
Treibstoffe aus Biomasse zu bezahlen. In den armen Gegenden wird nicht nur Öl, sondern auch Brot zum Luxus.
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